Bevor du €1.500 im Monat für Google Ads zahlst, investiere 30 Minuten in das kostenlose Profil. Für die meisten Wiener Klein- und Mittelbetriebe bringt das Google Business Profile 30–40 % der lokalen Anfragen kostenlos. Und die meisten Inhaber füllen es zu 40 % aus und glauben, das war's.
Hier ist die Schritt-für-Schritt-Einrichtung, die 2026 in Wien wirklich funktioniert. Konkrete Aktionen, warum sie zählen, und die fünf Fehler, die ich in jedem zweiten Profil sehe.
Was ist das genau
Google Business Profile ist die Unternehmenskarte, die an drei Orten sichtbar wird:
- Google Maps. Wenn jemand „Café in der Nähe" sucht, erscheint dein Eintrag mit Foto und Öffnungszeiten.
- Knowledge Panel in der Google-Suche. Wenn jemand deinen Firmennamen googelt, erscheint rechts der Block mit Adresse, Telefon und Bewertungen.
- Local Pack. Wenn jemand „Steuerberater Wien 1010" sucht, sind das die drei obersten Ergebnisse mit Karte.
Ohne richtig eingerichtetes Profil bist du für die Hälfte deiner Zielgruppe unsichtbar, selbst wenn deine Website organisch gut rankt.
Schritt 1: Profil anlegen oder Kontrolle übernehmen
Öffne business.google.com und melde dich mit dem Google-Konto an, das dein Profil verwalten soll. Verwende einen separaten Business-Account, nicht dein privates @gmail.
Gib den Firmennamen ein. Drei Fälle:
- Profil existiert noch nicht. Google führt dich durch die Registrierung.
- Profil wurde bereits angelegt. Häufig hat Google es automatisch aus anderen Quellen erstellt. Klicke „Manage this Business" und beantrage die Übernahme.
- Profil gehört einer anderen Person (z. B. einem früheren Marketing-Verantwortlichen). Du musst den aktuellen Inhaber über die Google-Oberfläche anschreiben.
In Österreich bestätigt Google die Inhaberschaft meistens per Postkarte mit PIN-Code. Dauer: 5–14 Tage. Bis dahin läuft das Profil eingeschränkt.
Schritt 2: Grundfelder vollständig ausfüllen
Der wichtigste und langweiligste Teil. Google rankt Profile nach Vollständigkeit. Fehlen fünf Felder, verlierst du gegen jemanden, der alles ausgefüllt hat.
Minimum:
- Name — exakt wie auf dem Schild. Kein „Bester Friseur Wien 1010 günstig" (dafür gibt's Sperren).
- Kategorie — eine Hauptkategorie plus bis zu 9 Nebenkategorien. So spezifisch wie möglich („Friseursalon", nicht „Beauty Salon").
- Adresse — echt, mit Hausnummer und Stock, falls relevant.
- Öffnungszeiten — inklusive Sonderfälle (Feiertage, Renovierung).
- Telefon — am besten eine Wiener Festnetznummer (+43 1...), nicht das Handy.
- Website — Pflicht.
- Kurzbeschreibung auf 750 Zeichen: was du machst, für wen, wo.
Schritt 3: Fotos (mindestens 10, nicht drei)
Profile mit 10+ aktuellen Fotos bekommen laut Google-Daten 35 % mehr Klicks als Profile mit 1–2 Fotos.
Was hochladen:
- Logo — quadratisch, 720×720 oder größer.
- Cover-Bild — Querformat, 1080×608.
- Außenaufnahme — die Fassade so, dass man den Ort von weitem erkennt.
- Innenaufnahmen — 3–5 Stück vom Interieur.
- Team — echte Gesichter, keine Stock-Fotos.
- Produkt oder Leistung — was du machst, in Aktion.
Lade einmal im Monat 2–3 neue Fotos hoch. Google bevorzugt aktive Profile.
Schritt 4: Leistungen und Produkte eintragen
Im Profil gibt es eine eigene Sektion „Services". Trag jede Leistung als eigenen Eintrag ein, mit Bezeichnung, Preis (auch „ab €") und kurzer Beschreibung.
Warum das zählt: Google nutzt diese Daten für das Matching mit Suchanfragen. Wenn bei dir „Brautfrisuren" eingetragen ist und jemand sucht „Brautfrisuren Wien 1090", wird dein Profil angezeigt. Ohne Services-Sektion konkurrierst du nur um die allgemeinen Suchbegriffe deiner Kategorie.
Schritt 5: Fragen und Antworten aktiv betreuen
Im Profil gibt es einen Block „Fragen & Antworten". Jeder Nutzer kann dort Fragen stellen, und jeder Nutzer kann antworten. Inklusive deiner Mitbewerber.
Was du tun solltest:
- Überwache eingehende Fragen täglich. Eine unbeantwortete Frage über mehrere Tage signalisiert Inaktivität.
- Antworte schnell vom Business-Account. Google markiert deine Antwort als „from the owner" — das ist ein Vertrauenssignal.
- Veröffentliche häufige Fragen proaktiv über die offizielle „Frequently Asked Questions"-Funktion oder direkt im Q&A-Bereich. Themen wie „Akzeptiert ihr Karten?", „Gibt es einen Parkplatz?", „Sonntags geöffnet?" beantwortest du klar, bevor zufällige Nutzer kommentieren.
Schritt 6: Bewertungen richtig einholen
Wiener Profile mit 30+ Bewertungen und Rating 4,5+ gewinnen das Local Pack fast automatisch. Deine Mitbewerber haben im Schnitt 10–20 Bewertungen. Mit aktivem Sammeln überholst du sie in 2–3 Monaten.
Wie man richtig fragt:
- Nach abgeschlossenem Auftrag oder erfolgreichem Besuch eine kurze Nachricht per WhatsApp oder E-Mail mit direktem Link zum Bewertungsformular (Link findest du im Profil unter „Get more reviews").
- Schreib nicht das Standard „Bitte hinterlassen Sie eine Bewertung". Frag nach einem konkreten Detail: „Wie war unser Gespräch zum Thema X?".
- Antworte auf jede Bewertung. Auch auf 5-Sterne. Google sieht das und bewertet das Profil aktiver.
Was du auf keinen Fall machen sollst: keine gekauften Bewertungen (Google entfernt Profile dafür), keine eigenen Bewertungen aus anderen Accounts (lebenslange Sperre).
Schritt 7: Beiträge einmal pro Woche
Im Profil gibt es einen Mini-Blog „Beiträge / Updates". Veröffentliche dort 1× pro Woche: Aktionen, neue Leistungen, Events, Fotos. Das ist ein Aktivitätssignal für Google und zusätzlicher Inhalt für Suchanfragen.
Minimum pro Beitrag: Foto + 100 Wörter Text + Link zur Website. Einmal pro Woche reicht. Mehr ist nicht nötig.
5 Fehler, die ich in jedem zweiten Wiener Profil sehe
- Falsche Kategorie. „Friseur" statt „Friseursalon", oder gleich „Beauty Salon" — du verlierst 40 % der lokalen Suchanfragen.
- Adresse versteckt (Häkchen „Service Business"). Das ist für mobile Dienstleister gedacht. Wenn du eine fixe Adresse hast, trag sie vollständig ein — das ist ein starker Ranking-Faktor.
- Website-Link führt zur Startseite, nicht zur Leistungs-Landing. Wenn dein Profil unter „Steuerberater Wien" rankt, sollte der Link zur Steuerberatungs-Seite führen, nicht zu „Über uns".
- Veraltete Öffnungszeiten. Feiertage, Renovierungen, Änderungen sofort aktualisieren. Ein einziger Kundenbesuch in einem geschlossenen Lokal zerstört das Rating.
- Keine Reaktion auf Bewertungen. Schweigen ist ein schlechtes Ranking-Signal. Besonders Schweigen auf Negativ-Bewertungen.
Fazit
30 Minuten Einrichtung plus 10 Minuten pro Woche für Beiträge und Bewertungsantworten — das ist ein kostenloser SEO-Kanal, der für Wiener Klein- und Mittelbetriebe im ersten Jahr oft mehr bringt als bezahlte Werbung.
Wenn du dein Profil checken lassen willst, schick mir den Link. Ich schaue rein und sage dir, was nicht passt. Kostenlos, dauert 10 Minuten.
Profil-Check kostenlos.
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